Lonza erzielt starkes Ergebnis für das Gesamtjahr 2019 mit Wachstum des Segments Pharma von 11%

Januar 21,2020
  • Die Lonza Group erfüllt ihre Prognose1 mit einem Wachstum des Umsatzes um 6.8% auf CHF 5.9 Milliarden und einem Kern-EBITDA von CHF 1.6 Milliarden, was einer Marge von 27.4% entspricht
  • Pharma Biotech & Nutrition (LPBN) leistet den grössten Beitrag mit einem Umsatzwachstum von 11.0% und einer Kern-EBITDA-Marge von 32.9%
  • Specialty Ingredients (LSI) mit verbesserter Kern-EBITDA-Marge von 17.8%, trotz eines Umsatzrückgangs von -3.2%; die Ausgliederung verläuft nach Plan
  • Ausblick 2020 für die Lonza Group: über mittleres einstelliges Umsatzwachstum2, angetrieben durch ein hohes einstelliges Umsatzwachstum bei LPBN und eine insgesamt stabile CORE-EBITDA-Marge
  • Mittelfristige Prognose für 2022 bekräftigt, gestützt durch solide Grundbausteine

Zitat von Albert M. Baehny, Verwaltungsratspräsident und CEO ad interim, Lonza Group:

“Unsere Mitarbeitenden und unser Geschäft haben ein starkes Ergebnis für das Gesamtjahr 2019 erzielt. Das Biopharma-Geschäft verzeichnete ein zweistelliges Umsatzwachstum und eine stabile Kern-EBITDA-Marge, obwohl wir in wichtige Wachstumsinitiativen investieren. Aufgrund des anhaltend widrigen Umfelds wies unser Geschäft mit Spezialchemikalien ein schwaches Ergebnis für das Gesamtjahr aus, doch begannen sich die Margen zu verbessern.

2019 war ein Jahr der Veränderungen: Wir beschleunigten die Überprüfung des Portfolios und machten erhebliche Fortschritte bei der Ausgliederung unseres Specialty Ingredients-Geschäfts. Unsere Führungswechsel haben sich nicht auf das kollektive Engagement unserer Mitarbeitenden für unsere Kunden und Aktionäre ausgewirkt.

Ich bin überzeugt, dass wir die aktuelle Dynamik aufrechterhalten werden und es uns gelingen wird, unsere Ziele für 2020 zu erreichen. Wir freuen uns darauf, wichtige Investitionsprojekte Ende Jahr erfolgreich in Betrieb zu nehmen, die Ausgliederung termingerecht abzuschliessen, einen neuen Group CEO bekannt zu geben und weiter auf die Erreichung unserer mittelfristigen Prognose für 2022 hinzuarbeiten.”

[1]Prognose für das GJ 2019: mittleres bis hohes einstelliges Umsatzwachstum und nachhaltige hohe Kern-EBITDA-Marge

2 Ausblick für 2020 in konstanten Währungen

Finanzielle Entwicklung im Überblick

    CHF Mio.

 

FYR 2019

% J/J

FYR 20181

Umsatz

5,920

6.8

5,542

EBITDA

1,525

6.7

1,429

    Marge in %

25.8

0 Bp

25.8

Kern-EBITDA

1,6202

7.2

1,511

Marge in %

27.4

10 Bp

27.3

EBIT

972

15.4

842

   Marge in %

16.4

120 Bp

15.2

Kern-EBIT

1,2453

6.9

1,165

Marge in %

21.0

0 Bp

21.0

Reingewinn der Periode

763

15.8

659

Kern-Reingewinn der Periode

 

1,014

12.8

899

EPS Basis (CHF)

10.28

16.8

8.80

Kern-EPS Basis (CHF)

 

13.67

13.6

12.03

EPS verwässert (CHF)

10.22

16.5

8.77

Kern-EPS verwässert (CHF)

 

13.59

13.4

11.98

ROIC in %

 

9.1

110 Bp

8.0

RONOA in %

12.9

80 Bp

12.1

Kern-RONOA in %

 

28.5

(290 Bp)

31.4

Operativer Freier Cash Flow

 

495

(44.0)

884

Nettoverschuldung

 

2,961

(16.2)

3,534

Nettoverschuldung / Kern-EBITDA

(Basis: letzte zwölf Monate)

 

1.83

(19.7)

2.28

1 Angepasst, um die Klassifizierung des Water Care-Geschäfts als aufgegebener Geschäftsbereich zu berücksichtigen (siehe Erklärung 4 im Jahresbericht 2019). 

2 Die nach IFRS 16 angepasste Bilanzierung von Leasingverhältnissen hatte 2019 einen positiven Effekt auf das Kern-EBITDA von CHF 33 Millionen (positiver Effekt auf Kern-EBITDA-Marge von 60 Bp.). Dieser wurde durch Kosten im Zusammenhang mit der Veräusserung des Water Care-Geschäfts und der Ausgliederung von Specialty Ingredients kompensiert (negativer Effekt auf die Kern-EBITDA-Marge von 50 Bp.)

3 Die nach IFRS 16 angepasste Bilanzierung von Leasingverhältnissen hatte 2019 einen positiven Effekt auf das Kern-EBIT von CHF 2 Millionen (positiver Effekt auf Kern-EBIT-Marge von 3 Bp.). Dieser wurde durch Kosten im Zusammenhang mit der Veräusserung des Water Care-Geschäfts und der Ausgliederung von Specialty Ingredients kompensiert (negativer Effekt auf die Kern-EBITDA-Marge von 50 Bp.)

Basel, Schweiz, 21. Januar 2020 – Lonza hat heute einen Umsatz von CHF 5.9 Milliarden, ein Kern-EBITDA von CHF 1.6 Milliarden und ein Kern-EBIT von CHF 1.2 Milliarden für das Gesamtjahr 2019 bekannt gegeben. Diese starken Ergebnisse widerspiegeln die anhaltend positive Dynamik der Pharmageschäfte. Mit einem Umsatzwachstum von 6.8%, aus dem in einem Jahr bedeutender Investitionen eine Kern-EBITDA-Marge von 27.4% resultierte, hat die Lonza Group ihre Prognose erfüllt.

Das Gesamtjahresergebnis wurde vom Segment Pharma Biotech & Nutrition (LPBN) von Lonza getragen, das mit einem Umsatzwachstum von 11.0% die Prognose übertraf, obwohl das Geschäft mit Hartkapseln für den Nahrungsmittelbereich rückläufig war. Die Kern-EBITDA-Marge von LPBN erreichte trotz hoher Betriebsausgaben für Wachstumsinitiativen 32.9%.

Die Umsatzentwicklung im Segment Specialty Ingredients (LSI) verlief schwächer als im zweiten Halbjahr 2019 erwartet. Die Performance des Segments stand im Einklang mit jener von Vergleichsunternehmen aus der Branche und mit der allgemeinen Schwäche der globalen Endmärkte. Trotzdem wurde dank Produktivitätsgewinnen, Kostenkontrollmassnahmen und Preiserhöhungen eine Kern-EBITDA-Marge von 17.8% erwirtschaftet.

Alle Zahlen gelten für die fortgeführten Geschäftsbereiche von Lonza (ohne die Geschäftseinheit Water Care) in der Berichtswährung1 und werden auf vergleichbarer Basis mit dem Jahr 2018 verglichen (angepasste Finanzergebnisse 2018 von Lonza), um die Neuausrichtung von Segmenten zu berücksichtigen. Die Entwicklung der Kern-EBITDA-Marge wurde auch durch die neue Bilanzierung von Leasingverhältnissen gemäss IFRS 16 unterstützt. Dadurch erhöhte sich die Marge der Lonza Group um 60 Bp. Dieser Anstieg wurde durch Kosten im Zusammenhang mit der Veräusserung des Water Care-Geschäfts und der Ausgliederung von Specialty Ingredients kompensiert, die einen negativen Effekt auf die Kern-EBITDA-Marge von 50 Bp. hatten.

Segment Pharma Biotech & Nutrition

Lonza Pharma Biotech & Nutrition (LPBN) erzielte wiederum ein zweistelliges Umsatzwachstum, das die Prognose für das Gesamtjahr 2019 übertraf. Das neu erweiterte Segment umfasst nun das Geschäft mit Hartkapseln für den Nahrungsmittelbereich (zusammen mit Capsugel erworben) sowie ein kleines Portfolio von Inhaltsstoffen für Nahrungsmittel und Formulierungsdienstleistungen. LBPN erzielte im Gesamtjahr 2019 einen Umsatz von CHF 4.2 Milliarden und einen Kern-EBITDA von CHF 1.4 Milliarden. Gleichzeitig investierte das Segment in strategische Wachstumsprojekte, von denen einige Ende 2020 ihren Betrieb aufnehmen dürften.

Finanzielle Entwicklung im Überblick – Pharma Biotech & Nutrition

CHF Mio.

 

FYR 2019

 

% J/J

 

FYR 2018

       

Umsatz

 

4,167

 

11.0

 

3,755

Kern-EBITDA

 

1,371

 

10.0

 

1,246

Marge in %

 

32.9

 

(30 Bp)

 

33.2

Kern-EBITDA ohne IFRS 16

1,347

8.1

1,246

Marge in %

32.3

(90 Bp)

33.2

            

Contract Development and Manufacturing Organization (CDMO)-Services-Geschäfte

Das Geschäft für kleine Moleküle profitierte weiterhin von innovativen Geschäftsmodellen (einschliesslich optimal auf die Kundenanforderungen zugeschnittener Kapazitäten) und von den Fähigkeiten im Bereich Formulierung und Verkapselung. Das Angebot für hoch wirksame Pharma-Wirkstoffe (HPAPI) von Lonza leistete einen positiven Beitrag, da mit Kunden wie AstraZenecamehrere neue langfristige Verträge abgeschlossen wurden. Zudem wurde mit einem bedeutenden internationalen Biopharma-Partner ein Vertrag für die Herstellung von Wirkstoff-Payloads für Antikörper-Arzneistoff-Konjugate unterzeichnet.Um die Bioverfügbarkeitsprobleme zu beheben, lancierte das Geschäft SimpliFiHTM Solutions, ein Servicepaket, das speziell für kleine und aufstrebende innovative Firmen mit First-in-Human-Frühphasenprogrammen konzipiert wurde. Die Bereiche Dosierungsformen und Darreichungssysteme erzielten starke Ergebnisse und sicherten sich kommerzielle Geschäfte und neue langfristige Verträge. Zudem schloss Lonza eine Vereinbarung über die integrierte Entwicklung und Produktion von Pharma-Wirkstoffen und Dosierungsformen ab. Für die Produktion ihres neuartigen, synthetischen Cannabidiol-Derivats in Soft-Gel- und flüssigkeitsgefüllten Hartkapseln ging sie eine Partnerschaft mit Emerald Health Pharmaceuticals ein.

Die klinischen und kommerziellen Angebote im Geschäft mit Säugetierzellen und mikrobieller Fertigung verzeichneten im Gesamtjahr 2019 eine anhaltend starke Dynamik. Für neue und bestehende Anlagen wurden kommerzielle Verträge unterzeichnet, woraus sich eine hohe mittel- und langfristige Umsatzvisibilität ergibt. Die kommerziellen Kapazitäten für 2020 sind weitgehend vergeben. Lonza hat ein bedeutendes international tätiges Pharmaunternehmen als neuen Kunden von Ibex™ Dedicate in Visp (CH) bestätigt. Der Vertrag bezieht sich auf die kommerzielle Produktion eines Mikrobenderivats zusätzlich zur Produktion für andere Partner von Ibex™ Dedicate, einschliesslich Sanofi und Portola.

Lonzas integriertes klinisches Dienstleistungsangebot, das verkürzte Entwicklungs- und Produktionszeiten, die garantierte Lieferung von Arzneistoffen bei Zulassungsanträgen für neue Prüfsubstanzen und das gesicherte Angebot für spätere klinische und kommerzielle Anforderungen umfasst, nahm Fahrt auf. Die Kunden, unter anderem Alector, Genmabund Citryll,werden von Lonzas Angebot in Visp (CH) und Slough (UK) profitieren, das vom Gen bis zur Durchstechflasche reicht. Lonza hat ihre firmeneigene GS Xceed® Toolbox weiter optimiert, um dem steigenden Bedarf an der Expression komplexer, innovativer therapeutischer Proteine in Säugetierzellen gerecht zu werden. Die Drug Product Services (DPS) von Lonza expandieren weiter in Basel, Stein und Visp (CH). Grund dafür ist die zunehmende Nachfrage der Kunden nach neuen Lösungen mit einem verbesserten Produktdesign, höherer Stabilität und grösserer Benutzerfreundlichkeit. Lonzas neu erworbene Anlage für steriles Filling und Finishingfür die klinische Versorgung und Markteinführung von parenteralen Arzneistoffen in Stein hat ihre Produktion im August 2019 aufgenommen. Zu den ersten Kunden zählte unter anderem Novartis.

Das Zell- und Gen technologiegeschäft profitierte in einem lebhaften Marktumfeld von einer anhaltenden Umsatzdynamik. Das Interesse an Lonzas Angeboten, einschliesslich der Prozessentwicklung und kommerzieller Produktion, war gross. Lonza unterzeichnete eine erhebliche Anzahl von klinischen und kommerziellen Verträgen mit neuen Kunden, darunter Cellectis,  Prevail und DiNAQOR. Auch mit bestehenden Partnern, einschliesslich Mesoblast und Gamida, wurden neue Verträge für die kommerzielle Belieferung abgeschlossen. Im Zell- und Gentechnologiegeschäft wird damit gerechnet, dass innerhalb seines globalen Netzwerks mindestens fünf Spätphasenprodukte im Jahr 2020 eine Registrierung erhalten. Im kommenden Jahr wird sich die Geschäftseinheit weiter darauf konzentrieren, ihre operative Leistungsfähigkeit zu verbessern, einen nahtlosen Service zu erbringen, Lieferkettenprobleme bei autologen Zelltherapieren zu beseitigen, die Patientensicherheit bei personalisierten Therapien sicherzustellen und ein “Vein-to-Vein”-Angebot auszuarbeiten.

Produkt-Geschäfte

Lonzas Bioscience-Geschäft mit Medien, Forschungsinstrumenten, Testlösungen und Software für die Qualitätskontrolle erfreute sich einer verstärkten Nachfrage, die vorteilhaften Markttrends in der Arzneimittelforschung und bei den Zelltherapien zuzuschreiben war.  Bei den operativen Verbesserungen macht Lonza weiterhin Fortschritte.

Das Geschäft mit Pharma-Hartkapseln verzeichnete eine anhaltende Nachfrage nach Spezialpolymeren und Produkten für die Trockenpulverinhalation (DPI). Einerseits kamen ihm neue Produkteinführungen zugute, andererseits wurde es durch die Marktbedingungen in den USA und das verlangsamte Wachstum in den entwickelten Märkten belastet. Mehrere langfristige Verträge wurden unterzeichnet, was den Geschäftsausblick für 2020 verbesserte.

Das Geschäft mit Hartkapseln für den Nahrungsmittelbereich litt unter der stärkeren Konkurrenz. Hinzu kamen die schwächere Nachfrage nach konventionellen Weichgelatinekapseln und das vor allem in reifen Märkten geringer als erwartet ausgefallene Wachstum bei leeren Spezialpolymerkapseln. Das Geschäft ergriff kommerzielle Gegenmassnahmen, die im vierten Quartal 2019 erste Wirkung zeigten.

Das Geschäft mit Inhaltsstoffen für Nahrungsmittel verzeichnete eine schwache Nachfrage. Der Ausbau der UC-II®-Produktionskapazitäten in Greenwood, SC (USA), ist auf Kurs. Sie dürften im ersten Halbjahr 2020 ihren Betrieb aufnehmen, was die Angebotssicherheit verbessern wird.

Investitionsprojekte schreiten planmässig voran

Lonza investiert in den Kerngeschäften von LPBN in Wachstumschancen. Dazu gehören Kapazitätserweiterungen und neue Technologien, die den gesamten Lebenszyklus von Molekülen unterstützen. 2019 beliefen sich die Investitionsausgaben auf CHF 786 Millionen – 13.3% des Umsatzes – mit denen wichtige Wachstumsprojekte innerhalb des globalen Netzwerks von Lonza finanziert wurden. So wurden die Kapazitäten in Visp (CH) in den Bereichen klinische und kommerzielle Biologika, HPAPI und Biokonjugate (einschliesslich Antikörper-Arzneistoff-Konjugate), in Portsmouth, NH (USA), im Bereich Säugetierzellkulturen im mittleren Massstab , in Guangzhou (CN) im Bereich klinische Säugetierzellkulturen, in Houston, TX (USA), Geleen (NL), Singapur (SG) und Portsmouth, NH (USA),  in den Bereichen Zell- und Gentechnologien sowie im Raum Basel (CH) im Bereich Drug Product Services ausgebaut.

Lonza wägt bei Investitionen in neue Initiativen die Risiko-Ertrags-Profile sorgfältig ab und bietet ihren Kunden je nach Bedürfnis unterschiedliche Geschäftsmodelle an. Bei grösseren kommerziellen Investitionen ist Lonza bestrebt, vor einem Ausbau vertragliche Zusagen einzuholen. Bei Mehrzweck- und klinischen Anlagen basieren die Entscheidungen auf soliden Nachfrageschätzungen. Je nach Geschäftsmodell können Investitionsbeiträge und Meilensteinzahlungen durch die Kunden Teil des Investitionsansatzes sein. 2019 kündigte Lonza für ihre Wachstumsprojekte mehrere neue Kunden an, die von Biotechfirmen bis zu grossen Pharmaunternehmen reichen.

Mehr als fünf bedeutende Projekte werden voraussichtlich Ende 2020 ihren Betrieb aufnehmen. Lonza rechnet für 2020 gegenüber 2019 mit vergleichbaren Investitionsausgaben, da einige Projekte von 2019 in die letzte Bauphase eintreten und sich daraus ergebende Chancen umgesetzt werden. Lonza befindet sich an einem Wendepunkt, da die Performance des Biopharma-Geschäfts in den letzten Jahren auf Investitionen in der Vergangenheit aufbaute. Um seinen aktuellen Wachstumspfad fortzusetzen und die Marktnachfrage zu erfüllen, hat das Geschäft in neue Kapazitäten sowie die Erweiterung seiner Wertschöpfungskette und geografischen Abdeckung investiert. 2019 und 2020 werden die Investitionsausgaben besonders hoch ausfallen, danach dürften sie auf ein normalisiertes Niveau zurückkehren. Trotz dieser Investitionen sank das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Kern-EBITDA auf 1.83x. Zudem geht Lonza davon aus, künftig ihr solides Investment-Grade-Rating zu behalten.

Um diese Wachstumsinvestitionen erfolgreich umzusetzen und eine nahtlose Einführung und Verwaltung der neuen operativen Einheiten sicherzustellen, muss Lonza mehrere Monate vor dem Bauabschluss und Hochfahren qualifizierte Mitarbeitende einstellen und schulen. Lonza hat in 2019 über 1,000 neue Mitarbeitende eingestellt, im Durchschnitt 500 auf das Gesamtjahr gerechnet.

Die Auswirkungen der Wachstumsinitiativen auf die Betriebsausgaben werden 2020 weiter zunehmen. Grund hierfür sind die Vorbereitungen von Lonza auf den Start klinischer Projekte und kommerzielle Markteinführungen. LPBN geht derzeit davon aus, 2020 zusätzlich zu den über 1,000 Mitarbeitenden, die im Jahr 2019 eingestellt wurden, weltweit 600 neue Mitarbeitende zu rekrutieren. Dafür sind erhebliche Investitionen in Onboarding- und Schulungsprogramme erforderlich, sie sich auf die Betriebsmarge auswirken werden.

Die geplanten Projekte dürften weitgehend zum weiteren Wachstum bei Pharma Biotech & Nutrition über die mittelfristige Prognose bis 2022 hinaus beitragen. Denn die Anlagen werden über mehrere Jahre hochgefahren, bevor sie die volle Auslastung und Profitabilität erreichen. Der Umsatzbeitrag für 2020 der Investitionsprojekte, die im vierten Quartal 2020 ihren Betrieb aufnehmen, wird voraussichtlich gering ausfallen. Bei neuen Projekten wird davon ausgegangen, dass sie durchschnittlich fünf Jahre nach Inbetriebnahme ihr volles Umsatzpotenzial erreichen, wobei dieser Wert je nach Technologie stark variiert.

Segment Specialty Ingredients

Lonza Specialty Ingredients (LSI) sah sich 2019 widrigen Bedingungen ausgesetzt. Der Umsatz des Segments sank um 3.2% auf CHF 1.7 Milliarden. Preisinitiativen, operative Verbesserungen und Kostenkontrollmassnahmen führten zu einem Kern-EBITDA von CHF 302 Millionen und einer soliden Kern-EBITDA-Marge von 17.8%. LSI wird sich weiterhin darauf konzentrieren, die Erholung seines Geschäfts voranzutreiben, die Ausgliederung abzuschliessen sowie eine neue marktorientierte und effiziente Organisation zu entwickeln. Im Verlaufe des Jahres 2019 hat LSI darauf hingearbeitet, die Geschäftsstruktur besser auf die zugrunde liegenden Technologieplattformen abzustimmen. Das Segment umfasst nun ein führendes Portfolio von Microbial Control Solutions (MCS), das durch einen dedizierten Geschäftsbereich von Specialty Chemicals Services (SCS) unterstützt wird. 

Finanzielle Entwicklung im Überblick – Specialty Ingredients

  CHF Mio.

 

FYR 2019

 

% J/J

 

FYR 2018

Umsatz

 

1,693

 

(3.2)

 

1,749

Kern-EBITDA

 

302

 

(0.3)

 

303

Marge in %

 

17.8

 

50 Bp

 

17.3

Kern-EBITDA ohne IFRS 16

297

(2.0)

303

Marge in %

17.5

20 Bp

17.3

Während die allgemeine Nachfrage nach Microbial Control-Anwendungen (MCS) solide war, entwickelte sich das MCS-Geschäft uneinheitlich, was den unterschiedlichen Endmärkten zuzuschreiben war. Das Geschäft mit Haushaltsdesinfektionsmitteln sowie mit Hygieneanwendungen im gewerblichen Bereich erzielte 2019 ein positives Ergebnis. Grund hierfür waren die erneut hohen Umsätze mit Desinfektionsmitteln in den Bereichen Tiermedizin, Biosicherheit, Gastronomie und Wischtücher. Die Körperpflegeprodukte verzeichneten zum Jahresende eine schwache Entwicklung, erholten sich jedoch im zweiten Halbjahr, als Lonzas Antischuppenplattform für die Haarpflege im Zuge des steigenden Angebots in Europa erfolgreich ausgeweitet wurde. Im Holzschutzgeschäft blieb die Nachfrage stabil, doch stieg vor allem auf dem US-Markt der Wettbewerbs- und Preisdruck. Im Bereich Materialschutz entwickelten sich Lonzas Lösungen für die Öl- und Gasindustrie- Korrosionsschutzmittel und Biozide für den Schutz zentraler operativer Systeme- ausgezeichnet. Die gesunkene Nachfrage der Automobilindustrie belastete die Polymere und Textilien, denen auch die suboptimale Versorgung mit einem BIT (1,2-Benzisothiazolin-3-one)-Zwischenprodukt zu schaffen machte. Die Versorgung begann sich im zweiten Halbjahr 2019 wieder zu stabilisieren. Lonza rechnet damit, dass sie bis Ende des ersten Halbjahres 2020 vollumfänglich wiederhergestellt ist. Auch der Bereich Farben und Beschichtungen wies eine gute Performance aus, trotz des Lieferengpasses beim wichtigen Rohstoff BIT zu kompensieren. Der Bereich Pflanzenschutzmittel, insbesondere Molluskizide, stand infolge des anhaltenden Lagerabbaus bei den Kunden nach dem trockenen Sommer 2018 in Europa, des aggressiven Wettbewerbs aus China und des 2019 wiederum trockenen Wetters unter Druck.

Das Specialty Chemicals Services-Geschäft (SCS) wurde durch die fortgesetzten geopolitischen Spannungen, Schwierigkeiten bei der Rohstoffversorgung und ungünstige zyklische Endmärkte negativ beeinflusst. Die schwache Marktnachfrage nach Unterhaltungselektronik kühlte sich infolge des Handelsstreits zwischen den USA und China zusätzlich ab, worunter 2019 das Verbundstoffgeschäft litt. Custom Manufacturing erzielte 2019 höhere Ergebnisse als im Vorjahr. Aufgrund des Wettbewerbsdrucks aus China und von Lieferkettenproblemen waren die Volumen industrieller Zwischenprodukte rückläufig. Agrochemische Zwischenprodukte wurden weniger nachgefragt. Ausserdem machten dem Vitamin-B3-Geschäft die infolge der afrikanischen Schweinepest in Asien gesunkenen Volumen und die zu Jahresbeginn niedrigen Preise zu schaffen.

Ausgliederung von Specialty Ingredients

Die Ausgliederung von Lonzas Segment Specialty Ingredients schreitet planmässig voran und dürfte gemäss aktuellen Erwartungen Mitte 2020 abgeschlossen werden. Das Ausgliederungsprogramm wurde im Juni 2019 angestossen und umfasst ein Kernteam von rund 40 Mitarbeitenden. Die mit der Ausgliederung verbundenen Kosten von CHF 19 Millionen hatten für das Gesamtjahr 2019 einen negativen Effekt von 30 Bp. auf die Kern-EBITDA-Marge.

Ausblick 2020 und mittelfristige Prognose bis 2022

Lonza wird weiterhin bei allen Grundbausteinen darauf hinarbeiten, die mittelfristige Prognose bis 2022 zu erreichen. 2020 wird sich Lonza darauf konzentrieren, in einem weiteren Jahr mit hohen Investitionen ihre Wachstumsprojekte umzusetzen, die Ausgliederung ihres Specialty Ingredients-Segments abzuschliessen und künftige Pläne zu prüfen. Die Investitionen in Wachstumsprojekte bei LPBN dürften sich auf dem Niveau von 2019 bewegen, um Lonza zu ermöglichen, ihre Anlagen- und Technologieplattformen zum Ziele künftigen Wachstums weiter auszubauen. Lonza berücksichtigt in ihrem Ausblick auch die anhaltende makroökonomische Unsicherheit und einige mögliche Widrigkeiten in den zyklischen Teilen von Specialty Ingredients.

Gleichzeitig arbeitet Lonza daran, eine Kultur der geteilten Werte, der kollektiven Verantwortungsübernahme, des Engagements und der Transparenz zu stärken. Ferner bemüht sich Lonza stetig darum, eine konstante Pipeline von Talenten sicherzustellen, die zukünftig leitende Positionen bekleiden können. Schließlich wird Lonza klarere Umwelt-, Sozial- und Governance-Ziele (ESG) sowie Aktionspläne für die Umsetzung im Jahr 2021 festlegen.

Für die Lonza Group wird der folgende Ausblick für das Gesamtjahr 2020 gegeben:

  • Umsatzwachstum über mittlerem einstelligen Bereich, mit einem Umsatzwachstum bei Pharma Biotech & Nutrition im hohen einstelligen Bereich und bei Specialty Ingredients im niedrigen einstelligen Bereich
  • Stabile Kern-EBITDA-Marge

Der Ausblick 2020 ist der nächste Schritt, um die Mittelfristprognose bis 2022 von Lonza zu erreichen, nachdem alle Weichen richtig gestellt sind. Hierzu gehören neben Produktivitätssteigerungen und der Erholung des Geschäfts von LSI die weitere Verbesserung des operativen Leverage und der Effizienz im Basisgeschäft von LPBN sowie die Rückkehr zu einem normalisierten Niveau der Investitions- und Betriebsausgaben bei LPBN ab 2021.

Lonza bekräftigt ihre mittelfristige Prognose bis 2022:

  • Umsatz von CHF 7.1 Milliarden
  • Kern-EBITDA-Marge von 30.5%
  • Kern-RONOA von 35%
  • Zweistellige Kapitalrendite (ROIC)

Der Ausblick 2020 und die mittelfristige Prognose bis 2022 beruhen auf der derzeitigen Zusammensetzung des Geschäfts, dem gegenwärtigen makroökonomischen Umfeld, der aktuellen Visibilität und konstanten Wechselkursen.

CEO-Nachfolge

Im Einklang mit seinen Verantwortlichkeiten und Aufgaben sucht und evaluiert der Nominations- und Vergütungsausschuss (NCC) des Verwaltungsrates von Lonza einen neuen Chief Executive Officer (CEO). Der NCC schlägt dem Verwaltungsrat potenzielle Kandidaten zur Beurteilung vor. Der ganze Prozess dürfte im Laufe des Jahres 2020 mit der Bekanntgabe eines Kandidaten erfolgreich abgeschlossen werden. Um weiterhin eine gute Corporate Governance zu gewährleisten, hat Lonza im November 2019 Christoph Mäder zum Lead Independent Director ernannt. Er wird diese Funktion innehaben, bis seine zusätzlichen Verantwortlichkeiten vom Präsidenten auf den neu ernannten CEO übertragen werden.

Angekündigte Dividende

Der Verwaltungsrat von Lonza schlägt eine unveränderte Dividende für die Aktionäre von CHF 2.75 je Aktie für 2019 vor. Dies entspricht einer Auszahlung von 30.7% des Nettogewinns von 2019. Diese Dividende wird vorbehaltlich der Genehmigung durch die kommende Generalversammlung am 28. April 2020 aus den Kapitaleinlagereserven ausgezahlt. Die Hälfte der Dividende unterliegt nicht der schweizerischen Verrechnungssteuer.

1

Veränderungen im Verwaltungsrat

Lonza gibt zwei Veränderungen in ihrem Verwaltungsrat bekannt. Patrick Aebischer (Vizepräsident) und Margot Scheltema haben entschieden, sich an der kommenden jährlichen Generalversammlung vom 28. April 2020 nicht zur Wiederwahl zu stellen. Patrick Aebischer ist seit 2008 Mitglied des Verwaltungsrats und hat ihm zuletzt als Vizepräsident gedient. Margot Scheltema gehört diesem Gremium seit 2012 an. Der Verwaltungsrat dankt beiden für ihre Beiträge, die sie während ihrer Dienstjahre bei Lonza geleistet haben.

Der Verwaltungsrat wird an der Generalversammlung von Lonza die Wahl von Frau Dorothée Deuring und Dr. Moncef Slaoui als neue Verwaltungsratsmitglieder vorschlagen.

Dorothée Deuring ist ein erfahrenes Verwaltungsratsmitglied und eine Corporate-Finance-Beraterin mit über 25 Jahren Erfahrung in den Bereichen Fertigung, Biotechnologie, Pharmazie und Finanzen. Frau Deuring dient derzeit im Verwaltungsrat mehrerer Unternehmen, darunter Axpo, Bilfinger und Elementis. Dabei ist sie für Unternehmen im Energie-, Chemie- und Biopharmasektor tätig. Sie erwarb 1994 ihren Master of Science in Chemie an der Université Louis Pasteur, Strassburg. 1996 folgte ein Master-Abschluss in Betriebswirtschaft am INSEAD, Fontainebleau.

Dr. Moncef Slaoui bringt bei Lonza umfangreiche Erfahrung aus seiner beinahe 30-jährigen Karriere bei GlaxoSmithKline ein. Während dieser Zeit hatte er mehrere Führungspositionen inne, unter anderem amtierte er als Mitglied des Verwaltungsrats von GSK Plc, Chairman Pharmaceutical R&D, Chairman Global R&D for Vaccines & Oncology und Chairman Global Vaccines. Derzeit ist Dr. Slaoui Partner bei Medicxi, einer im Life-Scienes-Sektor tätigen Wagniskapitalfirma, die sich auf Seed-, Series-A-, Früh- und Spätphasen-Investitionen spezialisiert hat. Dr. Slaoui erwarb seinen Ph.D. in Molekularbiologie und Immunologie 1983 an der Universität Brüssel. 1998 schloss er ein beschleunigtes Master-Studium in Betriebswirtschaft ab.

Ferner schlägt der Verwaltungsrat an der jährlichen Generalversammlung die Wiederwahl aller übrigen Verwaltungsratsmitglieder vor.

1Berichtigung: Der Originaltext zur angekündigten Dividende sollte wie folgt präzisiert werden: 50% der Dividende, in Höhe von CHF 2.75 pro Aktie für 2019, werden aus der Kapitaleinlagereserve ausgeschüttet und sind daher von der schweizerischen Verrechnungssteuer befreit. (Veröffentlicht am 29. Januar 2020).

Für die Jahresergebnisse 2019 von Lonza klicken Sie auf einen der folgenden Links:

Jahresergebnisse 2019, PDF-Präsentation

Jahresergebnisse 2019, PDF-Bericht

Jahresergebnisse 2019, Finanztabellen als Excel-Sheet

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